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Image:Solar planets.jpg|267px|Planeten des Sonnensystems

circle 106 599 31 Neptun
circle 107 532 33 Uranus
circle 104 268 81 Jupiter
circle 109 143 11 Mars
circle 108 113 12 Erde
circle 108 83 13 Venus
circle 108 53 10 Merkur
circle 101 421 74 Saturn
rect 1 325 53 414 Saturn
rect 154 433 210 527 Saturn
rect 1 0 215 17 Sonne

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| Maßstabsgetreue Darstellung der Planetengrößen des Sonnensystems

'''<big>?</big>''' Merkur,
'''<big>?</big>''' Venus,
'''<big>?</big>''' Erde,
'''<big>?</big>''' Mars,
'''<big>?</big>''' Jupiter,
'''<big>?</big>''' Saturn,
'''<big>?</big>''' Uranus,
'''<big>?</big>''' Neptun
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Ein '''Planet''' (des Sonnensystems) ist gemäß der Definition der Internationalen Astronomischen Union (IAU) ein ,
(a) der sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne bewegt,
(b) dessen Masse groß genug ist, dass sich das Objekt im hydrostatischen Gleichgewicht befindet (und somit eine näherungsweise kugelähnliche Gestalt besitzt), und
(c) der das dominierende Objekt seiner Umlaufbahn ist, das heißt, diese über die Zeit durch sein Gravitationsfeld von weiteren Objekten ?geräumt? hat.

Diese umstrittene Definition geht auf einen Beschluss der IAU vom August 2006 zurück. Dies führte unter anderem dazu, dass Pluto seinen vormaligen Status als Planet verlor.

Auch Himmelskörper, die nicht alle Punkte der Definition erfüllen, werden gelegentlich als ?Planeten? bezeichnet.
  • Objekte des Sonnensystems, die lediglich Punkt (c) der Definition nicht erfüllen, werden ?Zwergplaneten? genannt.
  • Himmelskörper, die einen anderen Stern als die Sonne umlaufen (also masseärmer als der umlaufene Stern sind).
  • Objekte planetarer Masse, die nicht an massereichere Himmelskörper wie Sterne gebunden sind, werden auch ?freifliegender Planet? und ?vagabundierender Planet? genannt (neben dem sich mit Stand 2015 zunehmend durchsetzenden Begriff ?Planemo? aus englisch ?''plane''tary ''m''ass ''o''bject?).
  • Die Obergrenze der Masse von Exoplaneten und Objekten planetarer Massen ist Gegenstand der aktuellen Forschung und liegt bei ungefähr 13 Jupitermassen. Massivere Objekte werden aufgrund der beginnenden Deuteriumfusion als Braune Zwerge eingestuft.
 

Geschichte des Begriffs

Wortherkunft

Das Wort ''Planet'' geht zurück auf , das auf Deutsch ?umherirren, umherschweifen, abschweifen? bedeutet und sich im Altgriechischen auf eine Herde bezog, die sich über die Weide ausbreitet. Daher wurden Planeten früher auch eingedeutscht als ''Wandelsterne'' bezeichnet, im Sinne von ?umherschweifende? bzw. ?wandernde? Lichtgestalten am Himmel. Dabei wurde der Unterschied zwischen Planeten und anderen Himmelskörpern aufgrund des Fehlens der himmelsmechanischen Grundlagen bis in die frühe Neuzeit nicht korrekt erkannt; so konnten daneben auch durchaus Sonne und Mond wie Kometen und anderes zu den Wandelgestirnen gezählt werden.

Zuordnungen

Ursprünglich, im kam dafür hinzu.

Nachdem , der außerhalb der Saturnbahn die Sonne umkreist.

Am 1. Januar 1801 entdeckte (1845). Damit war die Zahl der Planeten auf zwölf angestiegen.

Im Jahre 1846 entdeckte Johann Gottfried Galle am 23. September einen 13. Planeten, der schließlich Neptun genannt wurde und die Sonne außerhalb der Bahn von Uranus umkreist.

Weil sich die Neuentdeckungen von Objekten zwischen Mars- und Jupiterbahn ab dem Jahre 1847 zu sehr häuften und alle diese Objekte um Größenordnungen kleiner waren als alle klassischen Planeten, wurde diesen der Planetenstatus wieder aberkannt. Nur noch die Planeten, die seit der Antike bekannt waren, plus Uranus und Neptun galten weiterhin als Planeten. Damit sank die Zahl der vollwertigen Planeten auf acht. Für die zahlreichen Objekte zwischen Mars- und Jupiterbahn wurde die Klasse der Asteroiden (Planetoiden) eingeführt.

Außer Merkur und Venus werden alle Planeten des Sonnensystems ihrerseits von umkreist, die nach dem Erdbegleiter auch ?Monde? genannt werden.

Am 13. März 1930 entdeckte Clyde W. Tombaugh Pluto, dessen Umlaufbahn zum größten Teil außerhalb der des Neptuns liegt. Die Größe Plutos wurde anfangs weit überschätzt, und er wurde bis ins Jahr 2006 als neunter Planet geführt. Sein Planetenstatus war aufgrund seiner geringen Größe und seiner sehr elliptischen sowie stark gegen die Ekliptik geneigten Bahn umstritten. Viele Astronomen rechneten ihn schon früh dem zu, einem Reservoir von Kometen und Asteroiden, das im Inneren bis an die Neptunbahn heranreicht. Weil im Bereich von Plutos Umlaufbahn im Laufe der Zeit immer mehr vergleichbare Objekte entdeckt wurden ? mit Eris sogar eines, das größer als Pluto erschien ?, wurde eine klare Definition für Planeten erforderlich.

Mit der Festlegung der IAU vom August 2006, dass Planeten den Bereich ihrer Umlaufbahn dominieren müssen, verlor Pluto den Planetenstatus. Damit wurde Pluto in die gleichzeitig geschaffene Klasse der Zwergplaneten eingestuft, deren Form durch ihre Gravitation und die durch ihre Rotation verursachten Zentrifugalkräfte bestimmt ist, ohne dass sie Planeten sind. Alle weiteren kleineren Körper wurden zu den so genannten zusammengefasst.

Bis dahin hatte es kein klar definiertes Unterscheidungsmerkmal zwischen Planeten und Asteroiden gegeben. Im Jahr 2004 wurde von der IAU ein Komitee eingesetzt, um verbindliche Kriterien für die Definition eines Planeten zu erarbeiten. Auf der 26. Generalversammlung der IAU in Prag wurden am 24. August 2006 offizielle Definitionen für verschiedene Klassen der die Sonne umlaufenden Himmelskörper verabschiedet ? und damit hauptsächlich die erste wissenschaftliche Definition eines Planeten.

Definition

Gemäß IAU ist ein Himmelskörper ein Planet,

  • Planemos könnten ehemalige Planeten von Sternen sein, die durch Instabilitäten des Systems aus diesem herauskatapultiert wurden.
  • Planemos könnten zusammen mit anderen Objekten in einer gemeinsamen Gaswolke entstanden sein, ähnlich Sternen. Durch gravitative Wechselwirkungen mit schwereren Objekten in der Wolke wären sie dann hinausgeschleudert worden.

Charakteristische Formeln

  • Mittlere Materiedichte: <math>\bar{\rho}=\frac{3 m}{4 \pi R^3}</math>, wobei <math>m</math> = Planetenmasse, <math>R</math> = Planetenradius;
<math>\Big(\bar{\rho} \geq 3\,\mathrm{\frac{g}{cm^3}}</math> gesteinig, <math>\bar{\rho} \leq 2\,\mathrm{\frac{g}{cm^3}}</math> gasartig <math>\Big)</math>
  • Kreisbahngeschwindigkeit vk um den Planeten herum: <math>v_k=\sqrt{\frac{G m}{R}}</math>, wobei G = Gravitationskonstante, <math>R</math> = Abstand zwischen Satellit und Planet, m wie oben
  • Fluchtgeschwindigkeit ve: <math>v_e=\sqrt{2} \cdot v_k = \sqrt{\frac{2G m}{R}}</math>, wobei G, m, R wie oben

Sonstiges

Die erste weiche Landung auf einem anderen Planeten gelang der Menschheit am 15. Dezember 1970 auf dem Venus mit der sowjetischen Sonde . Mit Venera 3 und Venera 4 gelangen zuvor erste harte und fast-weiche Planetenlandungen am 1. März 1966 und am 18. Oktober 1967, wobei Venera 4 über die gesamte Betriebszeit von 96 Minuten aus der Venusatmosphäre erfolgreich Daten übertrug.

Kulturelle Rezeption

Der englische Komponist Gustav Holst, selbst Hobby-Astronom, schrieb die symphonische Suite ''Die Planeten''. Sie gehört zu den bekanntesten Programmmusiken. Die einzelnen Titel orientieren sich an astrologischen Planetensymbolen, beispielsweise ''Mars, der Mittler des Krieges'' oder ''Neptun, der Mystische''.

Der Hauptsaal des Schlosses Eggenberg in Graz wird ''Planetensaal'' genannt, im Park gibt es auch einen Planetengarten.

Den Namen ''Planetenstraße'' tragen Straßen in , und Moers.

Weitergehende Begriffsverwendungen

Ein Planetarium ist ein Gebäude, in dem Bewegungen und Ereignisse des Nachthimmels mithilfe von Projektionen simuliert werden.

In Planetengetrieben kreisen häufig drei kleine Zahnräder rotierend um ein kleines inneres und zugleich in einem innenverzahnten äußeren Zahnrad.

Ein Planetenweg ist ein Wanderweg zur Veranschaulichung der verhältnismäßigen Abstände zwischen der Sonne und den Umlaufbahnen der einzelnen Planeten.

Siehe auch

  • Tabelle der Eigenschaften der Planeten des Sonnensystems
  • Planetensystem
  • Klassifizierung der Planeten

Literatur

  • Jan Osterkamp:
  • Peter Janle: ''Das Bild des Planetensystems im Wandel der Zeit.'' Teil 1. Vom Altertum bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. In: ''Sterne und Weltraum.'' 45, 2006, 1, S. 34?44.
  • Peter Janle: ''Das Bild des Planetensystems im Wandel der Zeit.'' Teil 2. Vom 19. Jahrhundert bis heute. In: ''Sterne und Weltraum.'' 45, 2006, 4, S. 22?33.
  • Thorsten Dambeck: ''Planeten, geformt aus Gas und Staub'', in GEO kompakt Nr. 6, März 2006, S. 28?34,
  • Katharina Lodders, Bruce Fegley: ''The planetary scientist?s companion.'' Oxford Univ. Press, New York, NY 1998, ISBN 0-19-511694-1
  • W.T. Sullivan, J.A. Baross: ''Planets and life ? the emerging science of astrobiology.''Cambridge Univ. Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-53102-3
  • Rudolf Dvorak: ''Extrasolar planets ? formation, detection and dynamics.'' WILEY-VCH, Weinheim 2008, ISBN 978-3-527-40671-5
  • Claudio Vita-Finzi: ''Planetary geology ? an introduction.''Terra, Harpenden 2005, ISBN 1-903544-20-3
  • Günter D. Roth: ''Planeten beobachten.'' Spektrum, Akad. Verl., Berlin 2002, ISBN 3-8274-1337-0

Weblinks

  • Die 8 Planeten ? Multimedia-Tour durch das Sonnensystem (von The Nine Planets)
  • RPIF-Bildbibliothek

Videos

Einzelnachweise