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Die '''Astronomie''' (griechisch ''nómos'' ?Gesetz?) ist die Wissenschaft von den Gestirnen. Sie erforscht mit naturwissenschaftlichen Mitteln die Positionen, Bewegungen und Eigenschaften der Objekte im Universum, also der Himmelskörper (Planeten, Monde, Asteroiden, Sterne einschließlich der Sonne, Sternhaufen, Galaxien und Galaxienhaufen), der interstellaren Materie und der im Weltall auftretenden Strahlung. Darüber hinaus strebt sie nach einem Verständnis des Universums als Ganzes, seiner Entstehung und seinem Aufbau.

Obwohl die Astronomie nur an wenigen Schulen ein Unterrichtsfach ist, finden ihre Forschungsergebnisse in der Öffentlichkeit viel Interesse; als Amateurastronomie ist sie ein weit verbreitetes Hobby. Dies hängt einerseits mit dem ?erhebenden? Eindruck zusammen, den der Sternhimmel auch bei freisichtiger Beobachtung macht, andererseits mit ihrer thematischen Vielfalt, der Berührung philosophischer Fragen und der Verbindung zur Raumfahrt.

Im Gegensatz zu früheren Zeiten wird die Astronomie als Naturwissenschaft heute streng abgegrenzt von der Astrologie, die aus Stellung und Lauf der Gestirne auf irdische Geschehnisse schließen will. Die Abgrenzung erfolgt auch, da viele in der Astrologie eine Pseudowisschenschaft sehen ? während die Astronomie auf empirischer Basis die Beschaffenheit, Bewegungen und Beziehungen von Himmelskörpern untersucht. Dennoch werden, wohl wegen der Ähnlichkeit beider Bezeichnungen, Astrologie und Astronomie von Laien nicht selten verwechselt.

An den Universitäten wurde die Astronomie um etwa 1800 zu einer eigenen Studienrichtung, wird aber heute zunehmend dem Physik-Studium zugeordnet. In der deutschen Hochschulpolitik wird sie gemeinsam mit der Astrophysik als Kleines Fach eingestuft.

Geschichte der Astronomie

Die Astronomie gilt als eine der ältesten Wissenschaften. Ihre Anfänge liegen im Nachdenken über die Himmelserscheinungen, in der kultischen Verehrung der .

Seit den 1960er-Jahren haben Astronomen mit der unbemannten und bemannten Raumfahrt die Möglichkeit, die Erdatmosphäre zu überwinden und ohne ihre Einschränkungen zu beobachten ? also ohne Luftunruhe und in allen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums. Dazu kommt erstmals die Möglichkeit, die untersuchten Objekte direkt zu besuchen und dort andere als nur rein beobachtende Messungen durchzuführen. Parallel dazu werden immer größere Teleskope für bodengebundene Beobachtungen gebaut.

Fachgebiete der Astronomie

Die astronomische Wissenschaft unterteilt sich allgemein nach den untersuchten Objekten, sowie danach, ob die Forschung theoretischer oder beobachtender Natur ist. Wichtige grundlegende Fachgebiete sind die ''beobachtende Astronomie'', die ''Astrophysik'', die ''Astrometrie'' und die ''Himmelsmechanik'', während die ''theoretische Astronomie'' analytische und numerisch-physikalische Modelle der Himmelskörper und Phänomene entwickelt.

Die wichtigsten Untersuchungsgebiete der Himmelskunde sind die Physik des Sonnensystems, insbesondere die ''Planetologie'', die ''Galaktische Astronomie'', die die Milchstraße und ihr Zentrum erforscht, die ''Extragalaktische Astronomie'', die den Aufbau anderer Galaxien und ihrer aktiven Kerne, oder Gammablitze als die energiereichsten Vorgänge im Universum untersucht, sowie die ''relativistische Astrophysik'', die sich etwa mit Schwarzen Löchern beschäftigt. Die ''Stellarastronomie'' untersucht Geburt, Entwicklung und Tod der Sterne.
Die ''Kosmologie'' hat die Geschichte und die Entstehung des Universums zum Gegenstand, während die ''Kosmogonie'' die Geschichte unseres eigenen Sonnensystems beschreibt. Sie erlebt derzeit eine Erweiterung durch das neueste Fachgebiet ''Exoplanetologie''.

Die Integration vieler Messmethoden bringt es mit sich, dass man die ''Beobachtende Astronomie'' immer weniger nach benutzten Wellenlängenbereichen (''Radioastronomie'', ''Infrarotastronomie'', ''Visuelle Astronomie'', ''Ultraviolettastronomie'', ''Röntgenastronomie'' und ''Gammaastronomie'') einteilt, weil die Forschergruppen und (im Idealfall) auch der einzelne Wissenschaftler Informationen aus allen diesen Quellen heranziehen kann.

Die bis etwa 1900 vorherrschenden Methoden der ''klassischen Astronomie'' sind weiterhin als Basis für andere Teilgebiete unentbehrlich. Sie erforschen als ''Positionsastronomie'' mittels astrometrischer Verfahren, der Himmelsmechanik und ''Stellarstatistik'' den Aufbau des Weltalls und katalogisieren die Himmelskörper (v.?a. durch Sternkataloge, Bahnbestimmungen und Ephemeriden). Im Gegensatz zu diesen überwiegend geometrischen Verfahren erforscht die ''Astrophysik'' mit ihren heute sehr vielfältigen Beobachtungstechniken die Physik der astronomischen Objekte und des ferneren Weltalls. Daneben kann die ''Raumfahrt'' als ''experimentelle Astronomie'' angesehen werden, und die Kosmologie als theoretische Disziplin.

Astronomie und andere Wissenschaften

Mit der Astronomie sehr eng verbunden sind die Physik und die Mathematik; die Fachgebiete haben sich vielfach befruchtet und sind auch im Astronomie-Studium als Einheit zu sehen. Das Universum erweist sich in vielen Fällen als Laboratorium der Physik, viele ihrer Theorien können nur in seinen Weiten und an heißen, energiereichen Objekten getestet werden. Nicht zuletzt waren die aufwändigen Berechnungen der Astronomie Triebfeder der modernen numerischen Mathematik und der Datenverarbeitung.

Traditionell ist die Zusammenarbeit der Astronomie mit der Geodäsie (''Astrogeodäsie'', Orts- und Zeitbestimmung, Bezugsysteme, Navigation), mit der Zeit- und Kalenderrechnung (''Astronomische Chronologie'') sowie mit der Optik (Entwicklung ''astronomischer Instrumente und Sensoren''). Instrumentell und methodisch sind auch starke Bezüge zur Technik, Raumfahrt und Mathematik gegeben (Messgeräte, Satellitentechnik, Modellierung von Bahnen und Himmelskörpern). Geodätische Methoden werden auch zur Bestimmung des Gravitationsfeldes sowie der Figur anderer Himmelskörper angewandt.

In den letzten Jahrzehnten ist auch die Zusammenarbeit der Astronomie mit der modernen Geologie und der Geophysik immer wichtiger geworden, da sich das Arbeitsgebiet der Geowissenschaften mit Teilen der ''Planetologie'' deckt. Die Mineralogie analysiert die Gesteine der Erde mit ähnlichen Methoden wie jene anderer Himmelskörper. Die ''Kosmochemie'' als Teil der Chemie untersucht die Entstehung und Verteilung der chemischen Elemente und Verbindungen im Universum und die chemische Evolution, die ''Astrobiologie'' die Umstände von Entstehung, Ursprung und Existenz von Leben im Universum.

Des Weiteren kommt es zunehmend zu interdisziplinärer Forschung mit ursprünglich eher geisteswissenschaftlich ausgerichteten Disziplinen der Wissenschaft:

Siehe auch

Literatur

Einzelwerke

  • Albrecht Unsöld, Bodo Baschek: ''Der neue Kosmos.'' ISBN 3-540-42177-7
  • Alfred Weigert, Heinrich Johannes Wendker, Lutz Wisotzki: ''Astronomie und Astrophysik. Ein Grundkurs.'' Wiley-VCH, Weinheim 2010, ISBN 978-3-527-40793-4.
  • Jeffrey Bennett et al.: ''Astronomie. Die kosmische Perspektive'' (Hrsg. Harald Lesch), 5., aktualisierte Auflage 2010. Pearson Studium Verlag, München, ISBN 978-3-8273-7360-1
  • ''Meyers Handbuch Weltall, Wegweiser durch die Welt der Astronomie''. 1994 (7., überarbeitete Auflage), ISBN 3-411-07757-3
  • P. Murdin (Hrsg.): ''Encyclopedia of Astronomy & Astrophysics''. 2001, ISBN 0-333-75088-8 ? http://eaa.crcpress.com/
  • ''Der Brockhaus Astronomie: Planeten, Sterne, Galaxien''. F. A. Brockhaus, Mannheim ? Leipzig 2006, ISBN 3-7653-1231-2
  • Joachim Herrmann: dtv-Atlas Astronomie, 15. Auflage 2005. Deutscher Taschenbuch-Verlag München, ISBN 3-423-03267-7
  • Kurt Hopf: ''Von der Erde ins All ? Das Weltall in Beispielen'' ? Didaktische Materialsammlung auf CD-ROM für Kindergärten, Schulen, Sternwarten und Planetarien, COTEC-Verlag Rosenheim
  • Harry Nussbaumer: ''Das Weltbild der Astronomie''. 2007, ISBN 978-3-7281-3106-5, 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. vdf Hochschulverlag.
  • M. Wächter: ''Kleine Entdeckungsgeschichte(n) der Astronomie im Kontext von Zeitgeschichte und Physik'', Verlag Königshausen und Neumann, Würzburg 2018, ISBN 978-3-8260-6511-8
  • R.A. Freedman, W.J. Kaufmann: ''Universe''. Freeman, NY 2004, ISBN 0-7167-9884-0
  • Arnold Hanslmeier: ''Einführung in Astronomie und Astrophysik.'' Spektrum Akad. Verl., Berlin 2007, ISBN 978-3-8274-1846-3
  • Hans-Ulrich Keller: ''Kompendium der Astronomie: Einführung in die Wissenschaft vom Universum.'' Franckh-Kosmos, 6. aktual. & erw. Auflage, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-440-16276-7

Periodika

''Siehe auch: Abschnitt Literatur unter Amateurastronomie''

Weblinks

Videos

Einzelnachweise